3 Musketiere

 Gesehen am / wo:
 (unter Anderem)
 • 24.04.2005,
 Theater des Westens, Berlin
• 13.04.2007,

 Apollo Theater, Stuttgart
 • 07.08.2010,
 FreilichtSpiele Tecklenburg

3 Musketiere

 

 INFORMATIONEN
 Musik:   Rob & Ferdi Bolland (Bolland & Bolland) 
 Text:  Rob & Ferdi Bolland (Bolland & Bolland) 
 Deutscher Text:   Wolfgang Adenberg / Ruth Deny
 Erstaufführung:   30.03.2003,  Nieuwe Luxor Theater, Rotterdam 
 deutschsprachige  Erstaufführung:   06.04.2005, Theater des Westens, Berlin
 Quelle: Handbuch des Musicals (Schott Verlag) 

 

 HANDLUNG
 1. Akt
Frankreich, 1626: Ein Conférencier macht uns mit der aktuellen politischen Lage vertraut. Auf dem Thron sitzen Ludwig XIII. und dessen Frau Anna, das junge Ehepaar ist noch kinderlos. Der König ist unerfahren, naiv und nicht sehr an den Staatsgeschäften interessiert. Die wahre Macht hat Kardinal Richelieu, dessen Ziel es ist, die Hugenotten auszurotten und die Macht der Kirche zufestigen.Zur gleichen Zeit in der Gascogne, im Süden Frankreichs. Der junge D’Artagnan bricht nach Paris auf um dort wie einst sein Vater den Musketieren (Leibgarde des Königs) beizutreten. Sein Vater gibt ihm ein Empfehlungsschreiben an Treville, den Hauptmann der Musketiere, sein erstes Rapier und noch ein paar gute Ratschläge mit, unter anderem sich nicht auf ein Duell (diese waren verboten) einzulassen. Außerdem überlassen ihm die Eltern ihr bestes (weil einziges) Pferd im Stall, Pomme de Terre (frz. Kartoffel). D’Artagnan zieht los.Sprung in die Umgebung von Paris. In einer Herberge kommt Milady de Winter aus England an. Sie trifft sich dort mit Rochefort, dem einäugigen Hauptmann der Kardinalsgarde. Dieser fragt sie, was sie in England in Erfahrung bringen konnte: England bereitet den Krieg vor, denn die Engländer wollen den Hugenotten zur Hilfe eilen, die im katholischen Frankreich verfolgt werden. Rochefort verbietet Milady jedoch, nach Paris zu kommen. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Streit, in den D’Artagnan platzt. In dem Versuch, ein Kavalier zu sein, will er Milady vor Rochefort schützen. Dieser zerbricht in einem kurzen Gefecht den Degen und zerreißt das Empfehlungsschreiben an Treville, als sich der naive D’Artagnan ihm anvertraut. Im entstehenden Kampf schlägt der Wirt D’Artagnan nieder, Rochefort verlässt Milady mit der Warnung, nicht nach Paris zu kommen, bis es der Kardinal befehle.Paris: Die Stadt wacht am Morgen auf. Auch D’Artagnan ist inzwischen dort. Eine junge Frau spricht ihn auf sein Pferd an, D’Artagnan verliebt sich sofort in sie. Als er sie nach ihrem Namen fragt, wird Pomme de Terre gestohlen. D’Artagnan will die Diebe verfolgen, stößt jedoch mit einem Mann zusammen. D’Artagnan entschuldigt sich zwar, jedoch nicht gerade mit geschickten Worten („Ich war in Eile. Doch ihr habt Recht. Das ist noch lange kein Grund ein altes Väterchen über den Haufen zu rennen, nicht wahr.“). Der Mann fühlt sich in seiner Ehre verletzt und fordert D’Artagnan am nächsten Morgen um sechs hinterm Karmeliterkloster im Luxembourg zum Duell. D’Artagnan hat einen weiteren unglücklichen Zusammenstoß mit einem anderen. Wieder ist seine Entschuldigung nicht sonderlich geschickt gewählt („Bei solch üppiger Trefferfläche wäre ich noch betroffener, hätte ich euch nicht getroffen.“) und so hat er am nächsten Morgen um sieben den nächsten Duelltermin. Zum Schluss platzt er in eine Koketterie zwischen einer jungen Frau und einem dritten Mann, in dem er das Taschentuch aufhebt, das für den Anderen bestimmt war. Seine Entgegnung „Was will denn ein richtiger Mann mit einem Spitzentüchlein?“ bringt ihm sein drittes Duell um acht Uhr ein.In der Kathedrale betet der Kardinal. Rochefort kommt und meldet, was Milady ihm erzählt hat. Im Louvre, Richelieu im Gespräch mit dem Königspaar. Der König lässt Richelieu freie Hand. Dieser bittet Anna um Hilfe. Sie hatte vor ihrer Heirat eine Affäre mit dem Herzog von Buckingham, dem englischen Premier. Richelieu bittet sie, Buckingham wegen Friedensverhandlungen nach Paris zu rufen. Seine wahren Pläne sind andere, der König soll vorerst nichts davon erfahren.Am nächsten Morgen hinterm Karmeliterkloster in Luxembourg. D’Artagnan wartet auf seine Duellgegner und liest einen Brief von seiner Mutter, in dem sie ihm mitteilt, dass sein Vater gestorben sei. Als der erste Mann schließlich kommt und seine Sekundanten vorstellt, entpuppen sich diese als D’Artagnans übrige Duellgegner. Das erste Duell beginnt, wird allerdings von Rochefort unterbrochen, der vor allem D’Artagnans Gegner festnehmen will, da Duelle verboten sind. Als die drei sich ihrer Mäntel entledigen, um zu kämpfen, stellt D’Artagnan fest, dass sie die Uniform der Musketiere tragen. Trotzdem sind die drei den acht Kardinalsgardisten unterlegen. Da greift D’Artagnan ein. Rocheforts Männer werden getötet, Rochefort am Arm verletzt. Die drei Musketiere stellen sich vor: Athos (das „alte Väterchen“), Porthos (mit der „üppigen Trefferfläche“) und Aramis (der „Frauenschwarm“). Als D’Artagnan sich vorstellt, sagen sie ihm, dass sie seinen Vater als Musketier gekannt haben. Er sei entlassen worden, als er im Kampf Rochefort das Auge ausgestochen hatte. Die drei klären D’Artagnan über die politischen Zwiste auf und empfehlen ihm, am nächsten Tag zum Louvre zu kommen, wo der König eine Ansprache hält.Am nächsten Tag. Richelieu äußert vor Ludwig seine Zweifel an Annas Treue zu Frankreich. In die Ansprache des Königs vor den Musketieren und der Kardinalsgarde platzt Rochefort, um Athos, Porthos und Aramis wegen des Duells anzuzeigen. D’Artagnan, der ebenfalls gekommen ist, unterstützt jedoch die Musketiere und sagt, Rochefort habe angefangen. Dem König ist es die Aufregung nicht wert, er fordert die Musketiere nur auf, ihre Fechtkünste anderweitig zu erproben. D’Artagnan sieht das junge Mädchen aus Paris wieder, kann jedoch nicht mit ihr sprechen: Sie steht in der Szene direkt hinter der Königin.Zu Richelieu kommt Milady, die seine Anweisung ignoriert hat. Sie meldet, dass Buckingham in Paris, in einer Auberge der Rue de Vaugirard sei. Wir erfahren im folgenden Gespräch, warum Milday von Richelieu abhängig ist: Sie hat ein Brandmal auf der Schulter, die Lilie, das Zeichen für eine Prostituierte und Milady erhofft sich eine Wiederherstellung ihres guten Namens. Auch wenn Milady sagt, es sei eine Vergewaltigung gewesen, will sich Richelieu diese Option noch offenhalten. Dann lässt er sie allein. Milady ärgert sich im folgenden Lied Männer über ebendiese.Im Louvre. Anna schickt ihre Kammerzofe, D’Artagnans heimliche Liebe in die Rue de Vaugirad um Buckingham abzuholen. Aus der Art, wie sie über ihn redet, merkt man, dass sie ihn noch immer liebt. In einem Cabaret sitzen die drei Musketiere mit D’Artagnan und amüsieren sich. D’Artagnan erzählt von seiner Liebe. Porthos und Aramis freuen sich für ihn, Athos hat für die Liebe jedoch nur Verachtung übrig. Als D’Artagnan ihn nach dem Grund fragt, erzählt Athos folgende Geschichte: Ein Freund von ihm sei in ein Mädchen verliebt gewesen und habe sie geheiratet. Nachts habe er immer ihre Bitte berücksichtigt und nie ein Licht angezündet. Doch eines nachts im Vollmond habe er den Grund gesehen: Sie hatte eine Lilie auf der Schulter. Darauf habe er sie verstoßen. Doch er liebe sie noch immer. Im folgenden Lied Engel aus Kristall merkt der Zuschauer: Der Freund ist Athos selbst. D’Artagnan lässt sich von der Geschichte nicht aus der Ruhe bringen. Da taucht seine heimliche Geliebte auf und endlich erfährt er ihren Namen: Constance. Sie holt Buckingham ab. D’Artagnan erfährt von James, Buckinghams Butler, den Grund, das Treffen mit Königin Anna. Zum Schluss träumt er von seiner Liebe.Buckingham und Anna treffen sich in deren Gemächer. Anna bittet Buckingham von einem Krieg mit Frankreich abzusehen. Um ihre Verbundenheit zu festigen übergibt sie Buckingham einen Teil ihrer Kronjuwelen, ein Diamantcollier. Das Gespräch wird von Milady abgehört. Constance kommt. Die drei Frauen singen über ihre Lieben.Milady meldet Richelieu, was sie gehört hat und erhält von ihm den Auftrag Buckingham festzunehmen. Doch Buckingham wird von James, D’Artagnan und den Musketieren verteidigt und kann mit den Diamanten fliehen. D’Artagnan folgt Constance. Diese kehrt zu ihrem Verlobten Bonacieux zurück, den sie nur heiraten will, weil er ihr die Stellung im Palast verschafft und ihren armen Eltern ein hohes Brautgeld gezahlt hat. D’Artagnan platzt herein und kämpft mit Bonacieux, den er die Treppe herunterwirft. Constance und D’Artagnan gestehen sich ihre gegenseitige Liebe.Ein Fest zur Eröffnung der Jagdsaison (Die Jagd). Milady und Rochefort müssen Richelieu gestehen, dass Buckingham entkommen konnte, wobei sie sich gegenseitig die Schuld geben. Richelieu gibt ihnen den Auftrag, D’Artagnan und seine Freunde festzunehmen, die er für seine gefährlichsten Feinde hält. In seiner Ansprache kündigt er das Fest zum 25. Geburtstag des Königs an und fordert Anna auf, dazu die Kronjuwelen zu tragen. Anna gerät in Panik und vertraut sich Constance an. Diese schlägt vor, D’Artagnan und seine Freunde mit dem Auftrag das Collier zu holen loszuschicken. Diese nehmen den Auftrag an und machen sich auf den Weg.

2. Akt
Der Conférencier ruft seine Zuschauer zusammen und erzählt von D’Artagnans Reise nach England. Von Rochefort verfolgt, wird einer nach dem Anderen festgenommen: Porthos stellt sich Rochefort und seinen Männern um sie aufzuhalten, Aramis wird vom Pferd geschossen, Athos fegt ein Ast vom Pferd, als er sich umdreht. Nur D’Artagnan gelingt es zu fliehen. Am Ende platzen Rochefort und Richelieu in die Vorstellung und lassen das kleine Theater schließen. Diese Szene ist Anlass für ein kurzes und amüsantes Wortgefecht zwischen dem Conférencier und Rochefort, bzw. Richelieu.

Auf dem Ärmelkanal, D’Artagnan auf seiner Überfahrt. Ein Sturm macht dem kleinen Boot die Fahrt schwer und geht schließlich kurz vor der Küste unter.In Paris. Rochefort kostet seinen Triumph über seine Gefangenen Porthos, Athos und Aramis aus. Er will sie mit dem Rest des Heeres nach La Rochelle, dem Zentrum der Hugenotten schaffen. Die drei beschließen gute Miene zum bösen Spiel zu machen, um bei der ersten Gelegenheit zu fliehen und D’Artagnan zu finden.Vor La Rochelle. Milady muss Richelieu gestehen, dass D’Artagnan entkommen konnte. Richelieu schickt Milady mit einem Freibrief (dem Träger des Briefs ist jede Handlung erlaubt, er kann nicht zur Rechenschaft gezogen werden) nach Calais, um D’Artagnan die Diamanten abzunehmen. Außerdem soll sie Constance entführen, um ein Druckmittel gegen D’Artagnan zu haben. Er will Anna vor dem König kompromittieren, da er sich so noch mehr Macht über Ludwig erhofft. Er warnt Milady, dass dies ihre letzte Chance sei. Doch auch der scheinbar skrupellose Kardinal zweifelt. Er glaubt, die Macht der Kirche sichert auch den Glauben an Gott, scheint sich aber über seine Handlung nicht sicher zu sein.D’Artagnan ist in England bei Buckingham. Dieser übergibt nach einigem Zögern die Diamanten, ruft aber gleich als nächstes den Kriegsminister zu sich. D’Artagnan ist verwirrt: Ist sein Auftrag nicht erfolgreich, wird Anna vor dem König kompromittiert, ist er erfolgreich, wird England Frankreich den Krieg erklären.In Paris. Ludwig betet, als Anna kommt. Sie bittet ihn, mit ihr zu sprechen, doch der König traut ihr nicht mehr und lässt sie stehen. Constance kommt und muntert die Königin etwas auf. Dann betet sie für D’Artagnan. Da kommt Milady, entführt sie und lässt sie in das Karmeliterkloster im Luxembourg sperren. Dann reist sie nach Calais.In La Rochelle bereitet Richelieu den Krieg vor. Rochefort berichtet von der Entführung Constances. Die drei Musketiere hören dies ebenfalls und fliehen. In Calais entdeckt Milady D’Artagnan schlafend in einer Herberge. Sie versucht erst, ihm die Schatulle zu klauen, die die Diamanten enthält, doch D’Artagnan wacht auf. Im Kampf entdeckt er die Lilie und weiß, dass sie die Frau sein muss, von der Athos sprach. Milady schlägt ihn nieder und verschwindet mit dem Kästchen. Am nächsten Morgen sucht D’Artagnan einen Weg nach Paris. Er bittet Gott um Hilfe und wird prompt von drei Mönchen angesprochen. Diese entpuppen sich als Porthos, Athos und Aramis. D’Artagnan gesteht ihnen, dass Milady die Schatulle gestohlen hat, die Diamanten allerdings hatte er in der Tasche. Sie stehlen einen Wagen und machen sich auf den Weg nach Paris.Milady ist bereits bei Richelieu und übergibt ihm voller Hoffnung die Schatulle. Diese ist jedoch leer. Richelieu schickt Milady weg mit dem Versprechen, ihre Ehre nie wieder herzustellen. Die wütende Milady will sich an Constance rächen. Im Kloster bringt sie ihr als Nonne verkleidet einen vergifteten Trank. Die beiden unterhalten sich, als Constance zusammenbricht. Da kommen die Musketiere und D’Artagnan. Porthos verfolgt Milady, die fliehen wollte und fängt sie ein. Doch für Constance kommt die Hilfe zu spät. Sie stirbt in D’Artagnans Armen.Auf dem Turm des Klosters. Milady versucht ihr Leben zu retten, indem sie Athos überzeugen will, dass sie ihn noch immer liebt. Doch Athos kann der Mörderin nicht mehr verzeihen und überlässt die Entscheidung D’Artagnan. Als er nicht mehr auf Miladys Bitten reagiert, stürzt sie sich vom Turm. Athos ist trotzdem am Boden zerstört. D’Artagnan kommt, todtraurig, doch den Beiden gelingt es, sich gegenseitig aufzubauen. Da sehen sie das Feuerwerk, das den Ball ankündigt und machen sich auf den Weg zum Louvre.Der 27. September 1626. Der Ball beginnt. Richelieu gibt Rochefort den Auftrag, überall Wachen zu postieren, um zu verhindern, dass D’Artagnan noch rechtzeitig kommen könnte. Dann gratuliert er dem König, reißt der Königin einen Schal vom Hals und enthüllt damit das Fehlen des Diamantcolliers. Da kommt D’Artagnan und übergibt ebendieses. Als sich die Kardinalsgarde auf ihn stürzt, kommen die drei Musketiere ihm zur Hilfe. Als die Garde besiegt ist, kämpfen Rochefort und D’Artagnan. D’Artagnan besiegt Rochefort, verschont jedoch sein Leben. Dann decken die Musketiere vor dem König die Intrige des Kardinals auf, als Beweis zeigen sie ihm den von Richelieu ausgestellten Freibrief. Der König lässt den Kardinal und Rochefort unter Arrest stellen, löst die Kardinalsgarde auf und unterstellt die Musketiere wieder seinem Kommando. Er schickt Athos, Porthos und Aramis nach England, um Friedensverhandlungen aufzunehmen. Zum Schluss erfüllt er D’Artagnan dessen größten Wunsch, ernennt ihn zum Musketier und übergibt ihm das Rapier seines Vaters, das dieser einst Athos zur Verwahrung gegeben hatte.Am Grab seines Vaters wird  D’Artagnan nun endgültig in den Kreis der drei Musketiere aufgenommen.
 Quelle: wikipedia.de; gekürzt durch Holger Friedberg