Evita

 Gesehen am / wo:
 (unter Anderem)
 • 06.08.2009,
 FreilichtSpiele Tecklenburg

Evita

Evita

 

 INFORMATIONEN
 Musik:   Andrew Lloyd Webber
 Text:  Tim Rice
 Deutscher Text:   Danny Brees, Fritz Wolter
 Erstaufführung:   21.04.1977, Alvin Theatre, New York
(heute Neil Simon Theatre)
 deutschsprachige  Erstaufführung:   20.12.1980, Landestheater Detmold
 Quelle: Handbuch des Musicals (Schott Verlag) 

 

 HANDLUNG
Das Musical schildert das Leben der „Evita“ genannten Maria Eva Duarte de Perón. Zweite Hauptperson ist Che (dt. „Bursche“ oder „Junge“), ein Vertreter des argentinischen Volkes.

 1. Akt:

Das Musical beginnt am 26. Juli 1952 in Buenos Aires. Ein junger argentinischer Student, Che, besucht eine Kinovorstellung. Der laufende Film wird durch die Ankündigung unterbrochen, dass Eva Perón, „die geistige Führerin der Nation an diesem Tag um 20.25 Uhr in die Unsterblichkeit eingegangen ist“. Die Zuschauer sind erschüttert. Che ist als einziger ein Außenstehender. Zynisch beschreibt er die Trauer, die Argentinien durch den Tod Evitas gepackt hat.

Evita blickt auf ihr Leben zurück.

Che führt die Zuschauer zurück in das Jahr 1935 nach Junin, Evas Heimatstadt. Als Fünfzehnjährige trifft sie dort den Tangosänger Agustín Magaldi und hat ihre erste Liebesaffäre mit ihm. Sie erpresst Magaldi, sie mit nach Buenos Aires zu nehmen.

Bei ihrer Ankunft erzählt Eva von ihren Hoffnungen und Ambitionen. Nachdem sie erkannt hat, dass Magaldi verheiratet ist und ein Kind hat, verlässt sie ihn. Che erzählt, dass sie danach viele Liebhaber hat. Jeder einzelne von ihnen hilft ihr einen Schritt weiter auf der Leiter, die zu Ruhm und Reichtum führte. Mit ihrer Schönheit und Gewandtheit wird sie Modell, Radio-Star und Schauspielerin. Che deutet an, dass sich die Politik in Argentinien und Evas Karriere bald verbinden werden. Zur gleichen Zeit bekämpft Colonel Juan Perón Mitglieder seiner politischen Partei, um selbst an die Spitze zu kommen.

Beim Besuch eines Wohltätigkeitskonzerts für die Opfer eines Erdbebens in San Juan trifft Eva Magaldi erneut. Juan Domingo Perón spricht zu der Menge. Als er die Bühne verlässt, trifft er Eva. Bei einem geheimen Rendezvous nach dem Konzert erkennen beide, dass sie sich gegenseitig nützlich sein können.

Von diesem Moment an hat Eva auch politische Ambitionen. Sie wirft Peróns Geliebte aus dessen Wohnung  und tritt in sein Leben.

Eva steigt mit Perón in die höheren gesellschaftlichen Kreise Argentiniens auf. Che zeigt die Verachtung der Feudalaristokratie für Eva und den männlichen Chauvinismus der argentinischen Militärs. Beide Gruppen werden bis zu ihrem Tod gegen sie arbeiten. Mit Unterstützung der Arbeiter und Bauern, deren Loyalität Eva und Perón schon lange durch intensive Kontakte mit den Gewerkschaften gepflegt haben, werde es gelingen, dass Perón zum Präsidenten gewählt wird.

 2. Akt:

Perón hat bei seinem Kampf um die Präsidentschaft einen Sieg errungen. 1946 steht er auf dem Balkon der Casa Rosada und spricht zu seinen „descamisados“ (die Hemdlosen) genannten Anhängern. Danach wendet sich Evita an die Menge. Sie blickt auf ihr bisheriges Leben und auf ihren Aufstieg zu Ruhm und Macht zurück und bittet das Volk bzw. das Land, weiter an ihre Liebe zu Argentinien zu glauben.

Bei dem Ball zur Amtseinführung tanzt Eva mit dem gewählten Präsidenten Perón. Che erzählt von dem Preis des Ruhms.

Um die Bürger Argentiniens zu beeindrucken und den Peronismus zu fördern, beschließt Eva, ihr Image müsse glamouröser werden. Sie bereitet eine Tour durch Europa vor und lässt sich von Modespezialisten beraten. Erfolg und Misserfolg der Regenbogentour von 1946 sind historisch belegt: Die Spanier bewundern sie, die Italiener vergleichen sie mit Mussolini, die Franzosen sind unbeeindruckt, die Engländer brüskieren sie durch eine Einladung in ein Landhaus anstatt in den Buckingham Palace.

Nach ihrer Rückkehr aus Europa trotzt Eva der wachsenden Kritik der Oberschicht Argentiniens. Che erinnert sie daran, den Menschen in Not zu helfen – so wie sie es versprochen hat. Sie gründet die „Eva-Perón-Stiftung“. Che beschreibt den Widerspruch zwischen Evas Wohltätigkeitsarbeit und den Methoden, Geld zu beschaffen. Evitas ergebene Anhänger sehen sie als moderne Heilige.

In anderen Gesellschaftskreisen wächst die Kritik an der Präsidentengattin. Evita strebt zur Absicherung ihrer Position die Vizepräsidentschaft des Landes an, die Generäle verhindern das aber. Perón verteidigt sie und enthüllt, dass Evitas Gesundheit angeschlagen ist.

Evita und Che diskutieren die Handlungen Evitas. Che ist enttäuscht wegen Evas selbstsüchtigen Verhaltens. Eva erwidert, dass die Rettung der Probleme der Welt keinen Ruhm bringt. Sie besteht darauf, weiterzumachen, obwohl ihre Gesundheit schwindet.

Am Ende ihres Lebens versteht Eva, dass Perón sie um ihrer selbst willen liebt und nicht deswegen, was sie für ihn und seine Karriere tut. Die sterbende Evita erkennt, dass sie nicht mehr lange leben wird und schwört ewige Liebe zu den Argentiniern. Vor ihrem geistigen Auge sieht Eva, was sie in ihrem Leben erreicht hat; sie bittet um Vergebung, dass sie den Ruhm einem langen Leben und dem Erziehen von Kindern vorgezogen hat.

Eva stirbt und ihr Körper wird einbalsamiert. Che erzählt, dass ein Mausoleum für Eva errichtet werden sollte, jedoch nur der Sockel gebaut wurde. Die Leiche Evitas wird außer Landes gebracht und bleibt 17 Jahre lang verschwunden.

 Quelle: wikipedia.de; gekürzt durch Holger Friedberg