Liebe stirbt nie (Das Phantom der Oper II)

 Gesehen am / wo:
 (unter Anderem)
 • 13.02.2016,
 Stage Operettenhaus, Hamburg

Liebe stirbt nie

Liebe stirbt nie

 

 INFORMATIONEN
 Musik:   Andrew Lloyd Webber
 Text:  Glen Slater, Charles Hart
 Deutscher Text:   
 Erstaufführung:   09.03.2010, Adelphi Theatre, London
 deutschsprachige  Erstaufführung:   18.10.2013, Ronacher, Wien
 Quelle: Wikipedia

 

 HANDLUNG
 1. Akt

Prolog: Am verlassenen Pier von Coney Island ruft sich die desillusionierte Madame Giry ein Spektakel vergangener Tage namens „Phantasma“ in Erinnerung. Fleck, eine der „Freaks“, mit denen sie einmal gearbeitet hat, erscheint und macht Madame Girys „Gier“ dafür verantwortlich, dass der „Meister mit dem Kind verschwunden“ sei und ein großes Feuer „alles zerstört“ habe. Der Coney Island Waltz transportiert das Publikum in die Vergangenheit.

1907: Eine aufgeregte Gruppe von Urlaubern erreicht überwältigt die Insel. Man spekuliert über den mysteriösen Direktor des Musiktheaters Phantasma, der eine Maske trägt und sich „Mr. Y“ nennt (Heaven by the Sea). Meg Giry, Christine Daaés ehemalige Freundin aus der Pariser Oper, ist Phantasmas Hauptattraktion. Ihre Mutter und Agentin, Madame Giry, leitet dasBallett. Meg ist vor allem darauf bedacht, mit ihren Auftritten Mr. Y zu gefallen. Nach dem Auftritt trifft sie einen „Verehrer“, den ihre Mutter ihr vorstellt.

In seinem Turm hoch über Phantasma, offenbart sich Mr. Y dem Publikum als das Phantom. Ein Automat, der wie Christine aussieht, und allerlei andere wunderliche Einrichtungsgegenstände zieren sein Refugium. Noch immer – trotz zehnjähriger Trennung und beruflichem Erfolg – ist es sein größter Wunsch, mit Christine vereint zu sein. Meg platzt herein und will für ihren Auftritt gelobt werden, erfährt aber eine unwillige Abfuhr. Madame Giry ist verärgert, dass das Phantom trotz aller Hilfe, die es durch sie und Meg in den Jahren erfahren hat, noch immer nur Christine begehrt. Sie erinnert daran, dass sie und Meg ihm einst halfen, aus Paris zu entkommen und per Schiff nach Amerika zu fliehen. Das Phantom ist unbeeindruckt und beauftragt seine missgestalteten Bediensteten Fleck, Squelch und Gangle, Christine zu einem Auftritt im Phantasma einzuladen.

Drei Monate später kommen Christine, Raoul und ihr Sohn Gustave in New York City an. Eine Masse von Fotografen und Journalisten erwartet sie. Es stellt sich heraus, dass Christine trotz ihrer Berühmtheit nicht mehr auftritt und dass aus Raoul ein Glücksspieler und Säufer geworden ist. Wie aus dem Nichts erscheinen die Freaks zu einer merkwürdigen Begrüßung und bringen die Familie nach Coney Island. Raoul ist empört über die Art und Weise ihres Empfangs. Aufgebracht weist er Gustave zurück, der mit ihm spielen will. Christine verweist auf ihre Gage, die der Grund war, der Einladung nachzukommen. Sie bittet ihren Mann, mit dem Trinken aufzuhören, doch der verlässt den Raum. Christine tröstet Gustave, indem sie ihn auffordert, „mit dem Herz zu sehen“ und den Vater so zu verstehen.

Nachdem Gustave zu Bett gegangen ist, erscheint das Phantom und offenbart sich Christine als Absender der Einladung. Beide erinnern sich an eine leidenschaftliche Nacht, die sie vor Christines Hochzeit zusammen verbrachten. Früh am nächsten Morgen wachte Christine damals auf, mit dem Vorsatz, Raoul für das Phantom zu verlassen. Dass das Phantom jedoch verschwunden war, wertete sie als Zurückweisung und ging die Ehe mit Raoul ein. Das Phantom gesteht, es habe sie damals aus Angst vor erneuter Ablehnung verlassen. Beide stimmen darin überein, dass ihre Liebe eine Chance gehabt hätte, wenn die damaligen Umstände es nicht verhindert hätten. Gustave erwacht schreiend aus einem Albtraum und begegnet zum ersten Mal „Mr. Y“. Das Phantom verspricht Gustave, ihm am nächsten Tag mehr von Phantasma zu zeigen.

Bei einer Probe trifft Meg unerwartet auf Christine. Sie ist überrascht und neidisch, dass Christine im Phantasma singen wird. Raoul trifft zur selben Zeit auf Madame Giry und erfährt von ihr die wahre Identität des Mr. Y. Als Gustave plötzlich verschwindet, wird Christine misstrauisch. Die Freaks haben ihn zum Phantom gebracht, wo Gustave eine faszinierende Melodie auf dem Klavier spielt, die er sich selbst ausgedacht hat. Beeindruckt von der unerwarteten Musikalität des Jungen, wächst in dem Phantom ein Verdacht: Es selbst ist Gustaves Vater. Beide entdecken ihre Seelenverwandtschaft; sie teilen eine Faszination für „Schönheit unter der Oberfläche“. In dem festen Glauben, dass Gustave ihn akzeptieren wird, demaskiert sich das Phantom. Gustave reagiert mit einem schockierten Schrei.

Christine tritt ein und beruhigt ihren verstörten Sohn. Als das Phantom sie mit seiner Entdeckung konfrontiert, gesteht ihm Christine seine Vaterschaft. Aus Rücksicht auf Raoul habe sie ihm nicht früher davon erzählen können. Das Phantom erklärt, dass sein ganzer Besitz einmal Gustave gehören soll. Madame Giry hat das Gespräch belauscht. Jähzorning verwünscht sie die Situation, welche ihre und Megs Pläne durchkreuzt.

 2. Akt

Nach dem Entr’acte wechselt die Perspektive zu Raoul. In den frühen Morgenstunden nach einer Nacht an der Bar findet er nichts Liebenswertes mehr an sich. Meg betritt die Szenerie und empfiehlt Raoul, Coney Island noch in dieser Nacht mit Christine und Gustave zu verlassen. Raoul lehnt ab; er habe keine Angst vor seinem ehemaligen Gegenspieler. Das Phantom gibt sich unerwartet in der Gestalt des Barkeepers zu erkennen und ringt dem betrunkenen Raoul eine Abmachung ab: Sofern Christine wie geplant auftritt, muss Raoul die Insel allein verlassen. Singt sie nicht, bezahlt das Phantom alle Schulden des Ehepaars. Das Phantom deutet an, wer von ihnen der wahre Vater Gustaves ist, und stürzt Raoul in noch tiefere Verzweiflung.

Am Strand wird der letzte Tag der Saison gefeiert. Die Freaks landen mit einem Heißluftballon und werben für die Vorstellung der kommenden Nacht.

Es kommt zur entscheidenden Aufführung im Phantasma: Christine Daaé wird als der Star des Abends angekündigt. Zunächst eröffnen Meg und die „Ooh La La Girls“ die Revue mit einem Striptease. Meg verspricht sich davon die lang ersehnte Aufmerksamkeit des Phantoms. Als ihre Mutter ihr nach dem Auftritt von dessen Abwesenheit berichtet, bricht Meg in einen Weinkrampf aus. Madame Giry fasst ihre Sicht der Lage zusammen: Sie beide seien „ersetzt“ worden.

Vor Christines Auftritt bittet Raoul seine Frau inständig darum, nicht zu singen und stattdessen die Insel mit ihm zu verlassen, wenn sie ihn liebe. Als Raoul geht, betritt das Phantom den Raum und fordert von Christine, die „Musik in sich freizusetzen“, um sich endlich selbst zu verwirklichen. Christine erinnert sich an die Pariser Oper, wo sie einst eine ebenfalls schwierige Entscheidung zwischen Raoul und dem Phantom traf. Unterdessen fragen sich Madame Giry, Raoul und das Phantom, ob Christine singen wird oder nicht. Christine betritt schließlich die Bühne und singt eine Arie über die Unvergänglichkeit der Liebe. Raoul verlässt ernüchtert das Theater.

Christine empfängt nach ihrem Auftritt stürmischen Beifall, vor allem vom Phantom. In ihrer Garderobe findet sie einen Brief von Raoul, in dem er sie in die Obhut des Phantoms übergibt. Plötzlich bemerkt sie, dass Gustave seit geraumer Zeit verschwunden ist. Das Phantom vermutet, dass Madame Giry den Jungen entführt hat, doch die weist die Anschuldigung entrüstet zurück. Fleck hat beobachtet, wie Meg mit einer kleinen Person das Theater verlassen hat. Madame Giry erahnt Megs Vorhaben und leitet den Suchtrupp zum Pier.

Meg ist wie von allen Sinnen und bereit, Gustave zu ertränken, als sie von den anderen überrascht wird. Sie richtet eine Waffe auf das Phantom, damit es ihr endlich zuhört. Frustriert enthüllt sie eine furchtbare Wahrheit: Das Geld, mit dem das Phantom Phantasma erschaffen hat, hat Meg als Prostituierte erwirtschaftet. Die Aufmerksamkeit des Phantoms habe dennoch immer nur Christine gehört. Das Phantom empfindet Reue und erkennt in Megs „Unsichtbarkeit“ sein eigenes Schicksal. Behutsam will es Meg die Waffe abnehmen, doch in der allgemeinen Verwirrung löst sich ein Schuss, der Christine trifft. Meg erwacht aus ihrer Trance, entsetzt von der eigenen Tat. Die tödlich verletzte Christine enthüllt Gustave, dass das Phantom sein wahrer Vater ist. Als Gustave das erfährt, rennt er weg. Dem Phantom versichert sie ihre unsterbliche Liebe. Sie küssen sich ein letztes Mal, als Christine in seinen Armen stirbt. Gustave kommt mit Raoul zurück. Das Phantom übergibt Christines Körper Raoul, um Gustave zu trösten. Der Junge nimmt ihm schließlich die Maske ab und sieht sein Gesicht an, nun ohne eine Spur der Angst.

Quelle: wikipedia.de; gekürzt durch Holger Friedberg